Lieferung des esrten ASG

Im Februar dieses Jahres hat Ciposa seine erste vollautomatische Einsetzungsmaschine für Uhrenkomponenten geliefert, ausgehend aus Schüttung.


Aus Vertraulichkeitsgründen kann Ciposa den Namen des Unternehmens, für die dieses Projekt durchgeführt wurde, nicht nennen.


Ich möchte Ihnen diese Maschine durch ein Interview mit Bertrand Obliger, der Einsteller, Michel Salchi, der Programmierer, und Yves Pelletier, der Projektleiter, vorstellen.

Ciposa NEWS: Meine erste Frage geht an Sie, Yves. Wenn ich Sie bitten würde, dieses Projekt in einem Satz zusammenzufassen, was wäre es?


Yves: Diese Maschine revolutioniert die Einsetzung für den Uhrenmarkt. Weil wir direkt aus Schüttgut arbeiten, ist es nicht nötig, vor der Maschine zu palettisieren.

CN: Genauer gesagt, was war das Projekt?


Yves: Die Herausforderung war, eine vollautomatische Einsetzungsmaschine zu entwickeln, bei der die Komponenten direkt aus Schüttgut geladen werden. Darüber sollte sie durch unsere neue modulare Softwareplattform gesteuert werden, die mit Industrie 4.0 kompatibel ist.

CN: Bertrand, wie ist die Montage dieser neuen Maschine gelaufen?


Bertrand: Diese Maschine wurde auf der Grundlage der CIMOD AS.4 entwickelt. Der Aufbau erfolgte so, wie wir es für unsere "Standard"-Plattformen tun.


Um ehrlich zu sein, habe ich nicht an der Entwicklung teilgenommen. Das erste Mal wo ich die AS.G in die Hand genommen habe, war, als sie an unserem Stand für die EPHJ-Messe im September letzten Jahres aufgebaut wurde.

CN: Ich habe gehört, dass Ciposa seine neue Software auf diesen Maschinen installiert hat. Was hat das gebracht?


Bertrand: Die neue Softwarebasis bringt wirklich viel für die Einstellung der Maschine. Sie erleichtert die Programmabläufe bei der Inbetriebnahme.

CN: Das HMI ist ergonomischer und intuitiver als das vorherige. Wie hat Ihnen das die Arbeit beim Einstellen der Maschine erleichtert?


Bertrand: Stimmt, die Philosophie unserer neuen Softwareplattform ist völlig anders als die unserer CIMOD AS.4.


Die Sensibilität der Einstellung ist nicht so hoch, weil das Teaching der Einsetzpunkte in der Software übernommen wurde.
Es gibt jetzt eine Tabelle mit den Koordinaten der Arbeitspositionen, und die Bildverarbeitung am Portal übernimmt viele Funktionen für die Referenzaufnahmen der Maschine.


Diese neue Software korrigiert die Ablagepositionen laufend gemäß den Referenzaufnahmen der Bildverarbeitung.

CN: Wenn man eine neue Plattform wie diese einrichtet, was muss man dann besonders beachten?


Bertrand: Wenn man neue Stationen testet, muss man die Lebensdauer der Maschine berücksichtigen, darum müssen wir Dauertests einplanen.


Während des Zusammenbaus wird die Station getestet (Steifigkeit, Positionierungsgenauigkeit usw.), anschließend wird sie validiert.


Sobald dies erledigt ist, werden die Einstellungen vorgenommen, damit man mit der automatischen Montage der Teile beginnen kann. Un dann wird die Maschine  in den Produktionsmodus  versetz.


Hier können nach einigen Produktionsstunden die Probleme mit der Zuverlässigkeit aufkommen. Dies gilt noch mehr für eine völlig neue Plattform, die noch nicht zu 100 % zuverlässig ist.
 

Deshalb müssen mehrere Tage lang Dauertests durchgeführt werden, um die Maschine  100 % zuverlässig machen zu können, damit sie nach der Installation beim Kunden die Produktionsanforderungen erfüllen kann.
 

CN: Michel, wie hat sich die Implementierung der neuen Software auf Ihre Arbeit ausgewirkt?


Michel: Im Rahmen dieses Projekts hat die Firma dgtis eine Plattform mit fortschrittlichen Werkzeugen für die Konfiguration, Entwicklung und Schnittstellenbildung des Automatisierungsteils zur Verfügung gestellt. Ich habe den SPS-Teil entwickelt. Da wir zum ersten Mal die dgtis-Plattform implementierten, war das für unser SPS-Framework eine große Umstellung.

CN: Was bedeutet es, bei einem Projekt wie diesem mit einer anderen Einheit zusammen zu arbeiten?


Michel: Es gab viele Gespräche mit der Firma dgtis, um die Philosophie ihrer Entwicklung zu verstehen, damit wir sehen konnten, was wir tun mussten, um sie mit unserem Framework kompatibel zu machen.

CN: Hätten Sie ein Beispiel zu geben?


Michel: Das "Alarmmanagement" zum Beispiel. Auf unseren aktuellen Plattformen gibt eine globale Boolean-Tabelle den aktiven oder inaktiven Status jedes Alarms. Der HMI nimmt den Text der aktiven Alarme aus einer separaten Datei.


Die neue Version managt Ereignisse, es gibt kein zentrales Alarmtabelle mehr. Alarme werden da deklariert, wo sie verwaltet werden. Die dgtis-Plattform holt dann den Text aus einer Datenbank.


CN: Was ist der Hauptvorteil dieses Vorgehens?


Michel: Definitiv eine Zeiteinsparung bei der Entwicklung. Man muss die Alarmvariabel nur dort deklarieren, wo man sie im Code aktivieren will.
 
CN: Yves, möchten Sie noch einen weiteren Punkt zu diesem Projekt hinzufügen?


Yves: Diese neue Plattform ist eine perfekte Antwort auf die neuen Anforderungen des Marktes. Nämlich mit kleineren Produktionsmengen zu arbeiten. Wir müssen nun die Maschine mit weniger Komponenten zuverlässiger machen. Dank unserer neuen Softwareplattform dgtis erreichen wir das.

CN: Meine letzte Frage betrifft Ihren letzten Satz. Könnten Sie uns ein paar Informationen über dieses Unternehmen dgtis geben?


Yves: Das ist ein neues Unternehmen, das mit der Recomatic-Gruppe mitgegründet wurde, und das mit Ciposa verbunden ist.
 

Diese Firma hat unsere neue Softwareplattform entwickelt, mit der wir die Anforderungen von Industrie 4.0 sowie die mit dem MedTech-Markt verbundenen Vorschriften wie CFR 21 Part 11 erfüllen können.

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Yves, Bertrand und Michel haben an diesem Projekt gearbeitet.

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Im Februar war die erste Einsetzungsmaschine lieferbereit.